| VORWORT |
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| Der ewige Streit zwischen Mann und Frau führte dazu, daß manche Experten nun behaupten, ein erfolgreiches Zusammenleben dieser beiden Arten sei wenig wahrscheinlich oder gar unmöglich. Wie wir es von Experten erwarten, ist solche Behauptung nicht ganz neu. Sagte doch schon der alte Konfuzius, wenn auch in anderem Zusammenhang, “Wenn über das grundsätzliche keine Einigkeit besteht, ist es sinnlos, miteinander Pläne zu machen“. |
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| Daher möchte auch ich mich dieser Sache einmal versuchsweise nähern. Zunächst benötigen wir dazu unsere beliebtesten gegenseitigen Vorurteile. Diese lassen sich meiner Meinung nach relativ leicht in zwei Punkten zusammenfassen: |
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Frauen kommen schon erwachsen auf die Welt,
Männer werden nie erwachsen |
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| Dazu noch ein grundsätzlicher Aspekt: Männer wie Frauen beeinflussen gern andere Menschen. Sie tun es um damit “wichtig” zu werden. Dort nun fängt meiner Meinung aber gleich schon unser Dilemma an. Männer und Frauen haben ja verschiedene Sichtweisen zum Leben. Um für andere “wichtig” zu sein, verfolgt der Mann für sich eher das Ziel an mehr rohe Macht zu kommen. Hingegen versucht die Frau für sich damit mehr soziale Anerkennung zu erreichen. Auf dem Weg dahin scheinen Frauen insgesamt konfliktärmer vorzugehen als wir Männer. Dies erkläre ich mir vor allem damit, daß bei ihnen seltener der Typus des Wichtigtuers auftaucht. |
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| Daß dies nun alles so ist, dabei spielen unsere Hirn-Funktionen eine wichtige Rolle. Hiermit meine ich nicht Unterschiede zwischen uns im Sinne von „schlauer“ oder „dümmer“. Es scheinen unsere unterschiedlichen inneren Schaltkreise zu sein, über die alte Gefühls-Programme der Evolution unser Hirn steuern. Schließlich entwickelten wir uns ja erst noch über ein paar etwas einfacher gestrickte Vorstufen. Das startete in der Urzeit bekanntlich noch ziemlich ohne Technik. Seitdem erschufen wir uns dann aber eine ganze Zahl Hilfsmittel, die vorwiegend unserer erhöhten Bequemlichkeit dienen. Soweit es die biologische Weiterentwicklung unseres Hirns betrifft, vermute ich dort eher einen gewissen Stillstand. |
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| Wie auch immer, auch heute setzt sich unser tägliches Verhalten aus Dingen zusammen, die wir gerne in „logisches Denken“ und „Emotion“ einteilen. Da wir Männer spekulieren, die Logik sei das Wichtigere, haben wir diese auch für uns gepachtet. Auf kleinere Webfehler komme ich ja noch zu sprechen. Zumindest kann ich es hier schon mal so weit zusammenfassen: Die unterschiedliche Wahrnehmung bei Mann und Frau ermöglicht uns stets gut zu ganz verschiedenen Schlußfolgerungen zu kommen. |
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| Daher sah ich mich hier aufgerufen auch auf ein paar der Ursachen und deren zwangsläufige Folgen hinzuweisen. Der Weg zur artgerechten Kooperation hieß im übrigen auch einzubeziehen, wie unsere eigene männliche Art so tickt. |
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| Meine Weisheiten bezog ich nicht nur aus theoretischer Wissenschaft und Philosophie. Ich sammelte sie auch bei meinen Freiland-Beobachtungen zu speziellen Arten von Frauen und Männern. Das führte dann zu einigen Spekulationen. So drängte sich mir verschiedentlich die Frage auf: Gibt es möglicherweise doch einen höheren positiven Sinn der Evolution, daß wir mit unserem Wunderwerk Gehirn oft nichts anderes anzufangen wissen als uns so aufzuführen, wie wir es eben tun? |
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| Rainer K. Liedtke |
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